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Acht von zehn Punkten erfüllt und trotzdem nicht beworben

Du liest eine Stellenausschreibung. Acht von zehn Punkten treffen auf dich zu. Du bewirbst dich nicht.

Der Moment ist kürzer als der Gedanke

Meistens ist es keine Entscheidung, sondern ein Absacken. Du kommst zu den zwei Punkten, die du nicht erfüllst, und die Ausschreibung ist erledigt.

Was du danach denkst, ist schon die Begründung: unrealistisch, sie suchen jemand anderen, ich hätte ohnehin keine Chance.

Wie andere dieselbe Ausschreibung lesen

Die zwei fehlenden Punkte sind für sie keine Ausschlusskriterien, sondern eine Liste von Wünschen. Sie bewerben sich mit sechs von zehn und schreiben in den ersten Satz, was sie können.

Das ist keine Frechheit, es ist eine andere Leseweise desselben Textes.

Was eine Ausschreibung wirklich ist

Sie ist ein Wunschzettel, geschrieben von jemandem, der sich die perfekte Besetzung vorstellt. Diese Person existiert selten. Die Liste ist ein Ausgangspunkt, kein Prüfungsreglement.

Wer alle zehn Punkte erfüllt, ist übrigens meistens unterfordert in der Rolle.

Was du stattdessen tun kannst

Nimm die zwei Punkte, die fehlen, und schreib in einem Satz auf, was du stattdessen mitbringst. Nicht als Entschuldigung, sondern als Angebot.

Und schick es ab, bevor du es ein drittes Mal überarbeitest. Die dritte Überarbeitung macht Bewerbungen selten besser, nur später.

Eine Zahl, die hilft

Wenn du dich in einem Jahr auf keine einzige Stelle beworben hast, bei der du unsicher warst, dann war deine Trefferquote nicht gut. Dann war deine Auswahl zu eng.